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EZB-Zinszyklus 2022–2025: Auswirkungen auf die europäischen Baumärkte

Zwischen Juli 2022 und September 2023 erhöhte die EZB ihren Leitzins von 0% auf 4,5%. SwissForecast analysiert die Auswirkungen auf Baunachfrage, Sanierungstätigkeit und Materialbeschaffungskosten.

Artikel

<h2>Der Zinszyklus in Zahlen</h2> <p>Die EZB führte zwischen Juli 2022 und September 2023 zehn aufeinanderfolgende Zinserhöhungen durch und hob den Einlagensatz von -0,5% auf 4,0% an. Im Juni 2024 folgte die erste Senkung; bis Juni 2025 lag der Satz bei 2,25%.</p> <h2>Direkte Auswirkungen auf den Bau</h2> <p>Höhere Zinsen verteuerten Hypotheken im gesamten Euroraum und dämpften die Wohnbaunachfrage direkt. In Deutschland sanken die Baugenehmigungen für Wohngebäude 2023 um 26,6% und 2024 um weitere 18%. Österreich und Italien verzeichneten ähnliche Rückgänge. Der Sanierungsmarkt war kurzfristig weniger betroffen, da Sanierungen weniger von neuer Hypothekenfinanzierung abhängen — mittelfristig sank jedoch das Sanierungsbudget der Haushalte durch geringeres verfügbares Einkommen.</p> <h2>Materialbeschaffung</h2> <p>Für Einkaufsteams hatte der Zinszyklus zwei Effekte: Engere Kreditbedingungen erschwerten die Lagerhaltung und erhöhten den Just-in-time-Druck. Die allgemeine Nachfrageschwäche dämpfte zudem die Preissteigerungen bei mehreren Baumaterialien 2023–2024 — ein partieller Ausgleich zu den angebotsseitigen Kostentreibern durch CBAM, CPR und Energieregulierung.</p> <h2>Was zu beobachten ist</h2> <p>Mit dem nun laufenden Lockerungszyklus der EZB erholt sich die Hypothekenbezahlbarkeit schrittweise. Die entscheidende Frage für 2026–2027 ist, ob niedrigere Zinsen zu einer Erholung der Baugenehmigungen führen oder ob strukturelle Engpässe — Planungsrückstände, Fachkräftemangel, regulatorische Compliance-Kosten — einen Nachfrageaufschwung verhindern.</p>

Veröffentlichung

2026-08-04