Rückwanderung oder langfristige Integration? Die Zukunft ukrainischer Geflüchteter in Deutschland und der Schweiz
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 haben Deutschland und die Schweiz hunderttausende Menschen Schutz geboten.
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<div class="sf-perspective"> <h3>SwissForecast-Perspektive</h3> <p>Migration verändert Wohnungsmärkte — und damit Baunachfrage und Materialpreise. Im optimistischen Szenario werden in Deutschland bis zu 250.000 Wohnungen frei, im pessimistischen steigt der Bedarf um 40.000 Einheiten. Für Bauzulieferer bedeutet das: Szenarioplanung ist Pflicht.</p> </div> <p>Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 haben Deutschland und die Schweiz hunderttausenden Menschen Schutz geboten. Doch wie könnte sich die Lage in drei Jahren entwickeln, wenn ein Frieden in der Ukraine Realität werden sollte?</p> <div class="sf-data"> <p><strong>250.000 vs. +40.000 Wohnungen</strong></p> <p>Die Spannbreite zwischen optimistischem (Freigabe) und pessimistischem Szenario (Mehrbedarf) allein für Deutschland. Ein Unterschied von fast 300.000 Wohneinheiten — mit direkten Auswirkungen auf Baustoffnachfrage.</p> </div> <h2>Szenario 1 — Optimistisch: Große Rückkehrwelle</h2> <p>Bei stabilem Frieden kehren bis zu 70 % der ukrainischen Geflüchteten zurück. Für Deutschland heißt das etwa 750.000 Rückkehrer, in der Schweiz könnten es bis zu 45.000 sein. Gründe dafür sind starke Heimatbindung, familiäre Wiedervereinigung und aktive Unterstützung für den Wiederaufbau in der Ukraine.</p> <h3>Folgen</h3> <ul> <li><strong>Wohnungsmarktentlastung:</strong> In Deutschland könnten bis zu 250.000 Wohnungen frei werden, in der Schweiz rund 15.000–20.000.</li> <li><strong>Chancen:</strong> Entspannung auf lokalen Wohnungsmärkten, Reduzierung sozialer Herausforderungen, aktive Rückkehrpolitik.</li> </ul> <h3>Details Deutschland</h3> <ul> <li>Rückkehranteil: ca. 70% (~750.000 Personen)</li> <li>Bleibende Geflüchtete: 300.000–400.000 Personen</li> <li>Wohnungsmarkt-Effekt: Freigabe von ca. 250.000 Wohnungen</li> </ul> <h3>Details Schweiz</h3> <ul> <li>Rückkehranteil: ca. 75% (~45.000 Personen)</li> <li>Bleibende Geflüchtete: ca. 15.000 Personen</li> <li>Wohnungsmarkt-Effekt: Freigabe von ca. 15.000–20.000 Wohnungen</li> </ul> <h2>Szenario 2 — Pessimistisch: Langfristige Integration</h2> <div class="sf-note"> <p>Aus der Perspektive globaler Ungleichheitsdynamiken betrachtet: Migrationsströme folgen ökonomischen Gradienten. Wenn die Ukraine wirtschaftlich instabil bleibt, werden die Geflüchteten dort bleiben, wo die Einkommen höher sind — unabhängig von politischen Absichtserklärungen. Das pessimistische Szenario hat aus dieser Sicht eine höhere Basiswahrscheinlichkeit.</p> </div> <h3>Details Deutschland</h3> <ul> <li>Rückkehranteil: 10–20% (~100.000–200.000 Personen)</li> <li>Bleibende Geflüchtete: ca. 900.000–1.000.000 Personen</li> <li>Zusätzliche Zuwanderung: 100.000–200.000 (Familiennachzug/Ostukraine)</li> <li>Wohnungsmarkt-Effekt: Zusätzlicher Bedarf von ca. 40.000 Wohnungen</li> </ul> <h3>Details Schweiz</h3> <ul> <li>Rückkehranteil: 10–20% (~6.000–12.000 Personen)</li> <li>Bleibende Geflüchtete: ca. 55.000–60.000 Personen</li> <li>Zusätzliche Zuwanderung: ca. 5.000–10.000 (Familiennachzug/Ostukraine)</li> <li>Wohnungsmarkt-Effekt: Zusätzlicher Bedarf von einigen tausend Wohnungen</li> </ul> <h2>Wichtige Maßnahmen</h2> <ul> <li>Aktive Unterstützung der Rückkehr und Integration</li> <li>Langfristige Wohnraumstrategien und Arbeitsmarktintegration</li> <li>Zusammenarbeit mit der Ukraine beim Wiederaufbau</li> </ul> <h2>Was bedeutet das konkret für Politik und Gesellschaft?</h2> <p>Beide Länder müssen sich auf unterschiedliche Szenarien einstellen und flexibel reagieren. Die Zukunft hängt stark von der Entwicklung in der Ukraine ab. Vorbereitung auf beide Szenarien ist entscheidend, um Chancen zu nutzen und Herausforderungen zu meistern.</p> <p>Im optimistischen Szenario könnte der Wohnungsmarkt spürbar entlastet werden, während das pessimistische Szenario eine langfristige Integrationsherausforderung und zusätzlichen Wohnraumbedarf mit sich bringt. Deutschland und die Schweiz sollten flexible Strategien entwickeln, die sowohl die freiwillige Rückkehr unterstützen als auch langfristige Integrationsmaßnahmen für verbleibende Geflüchtete bereithalten.</p> <div class="sf-perspective"> <h3>Fazit für die Beschaffung</h3> <p>Bauzulieferer in Deutschland und der Schweiz sollten beide Szenarien in ihrer Absatzplanung berücksichtigen. Im Rückkehrszenario sinkt die Wohnungsnachfrage regional — vor allem in Ballungsräumen mit hohem Geflüchtetenanteil. Im Bleibe-Szenario steigt der Bedarf an Sozialwohnungsbau und damit an Basisbaustoffen (Beton, Stahl, Dämmstoffe).</p> </div>
Veröffentlichung
2024-12-05